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Wände ausbessern wie die Profis – Tipps und Trick aus dem Handwerk

Ihr Wohnzimmer hat einen neuen Anstrich nötig? Und damit das Ganze so richtig schön und ordentlich wird, wollen Sie Löcher und ein paar Risse ausbessern? Gute Idee, denn schadhafte Wände können auch dazu führen, dass sich im Mauerwerk Feuchtigkeit sammelt und Schimmel bildet. Für kleine Schäden müssen Sie nicht zwangsläufig einen Handwerker engagieren. Solche Reparaturen können Sie mit den richtigen Tipps und Tricks locker selbst beheben.

Worauf Sie beim Wände ausbessern achten müssen und wie Sie dabei am besten vorgehen, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

 

Warum sollten Sie Ihre Wände ausbessern?

Eine sauber verputzte, ebene Wand sieht nicht nur optisch schöner aus. Es hat auch einen tieferen Sinn, dass die Wände intakt sind: Denn hat eine Wand Risse oder Löcher, kann Feuchtigkeit in die Wohnräume gelangen oder sich in den Rissen Feuchtigkeit sammeln und Schimmel bilden. Ein intakter Innenputz schützt also Ihre Wände vor Beschädigungen und reguliert die Feuchtigkeit. Außerdem haften auf einem glatten Putz Farben und Tapeten besser.

 

Welche Schäden können Sie selbst ausbessern?

Die Klassiker in Haus und Wohnung sind Bohr- und Dübellöcher, die gespachtelt werden müssen, ausgebrochene Stellen hinter einem Sockel, Unebenheiten sowie Putzrisse in Wänden oder Ecken. Solche kleineren Reparaturen können Sie problemlos selbst erledigen.

 

Welches Equipment brauchen Sie, um Ihre Wände auszubessern?

Überprüfen Sie, wie Sie ausgestattet sind. Je nach Zustand der Wände benötigen Sie:

  • Abdeckfolie oder Malervlies, Malerkrepp
  • Arbeitskleidung, Schutzbrille
  • Besen, Stahlbürste
  • Sprühflasche
  • Bürstenartiger Pinsel, zum Beispiel Quast oder Tapezierpinsel
  • Spachtel, Kelle, Glätter
  • Hammer und Meißel bei größeren Schäden
  • Armierungsgewebe
  • Tiefengrund, Reparaturspachtelmasse, Haftputz
  • Schleifklotz, Schleifpapier (180er Körnung)

 

Worauf müssen Sie bei der Vorbereitung achten?

Decken Sie die „Baustelle“ mit einer Folie oder Malervlies ab. Je nachdem, wo Sie die Wände ausbessern müssen, sollten Sie zusätzlich mit Malerkrepp Fenster- und Türrahmen oder Möbel vor Verschmutzungen schützen. Beim Verputzen entsteht schnell Dreck! Tragen Sie deshalb Arbeitskleidung und zu Ihrer Sicherheit auch eine Schutzbrille, da Putz die Augen reizen und schädigen kann.

Überprüfen Sie die Wände, die Sie reparieren möchten: Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Kehren Sie die Wände mit einem Besen ab. Lose Putzreste können Sie mit einer Stahlbürste entfernen.

Profitipp: Schäden müssen mit einem Spachtel erweitert und von losen Teilen befreit werden, bis man auf festes Mauerwerk stößt. Die Reparaturspachtelmasse haftet dadurch besser.

 

Wie bessern Sie Ihre Wände aus?

Die Größe der Löcher und Schäden bestimmt, wie Sie Ihre Wände ausbessern. In den folgenden Profi-Tipps erfahren Sie, wie Sie die jeweiligen Schäden am besten beheben.

Dübellöcher

Entfernen Sie den alten Dübel aus der Wand. Das klappt am besten mit einer passenden Schraube, die Sie ein kleines Stück in den Dübel eindrehen und dann herausziehen. Saugen Sie mit einem Staubsauger das Loch aus. Befeuchten Sie es im nächsten Schritt mit einer Sprühflasche. Füllen Sie das Loch mit Reparaturspachtelmasse aus der Tube, bis die Masse leicht aus der Öffnung quillt. Glätten Sie die Stelle abschließend mit einem Spachtel.

Kleine Risse

Kratzen Sie den Riss etwas mit einem Messer oder einem Spachtel aus. Entfernen Sie Staub und Dreck, der dabei anfällt. Damit die Spachtelmasse besser hält, können Sie den Untergrund mit einem Tapezierpinsel anfeuchten oder mit Tiefengrund vorbehandeln, der saugende Untergründe bindet und die Haftung verbessert. Sobald der Tiefengrund getrocknet ist (s. Herstellerangabe) können Sie den Riss mit Reparaturspachtelmasse auffüllen. Glätten Sie die Masse mit einem Spachtel oder einer Kelle.

Tiefere Risse

Auch hier gilt: Säubern Sie zunächst die Stellen von Staub und Dreck und erweitern Sie den Riss ein wenig. Messen Sie dann die Tiefe des Risses. Ist er tiefer als 10 Millimeter, können Sie nicht mehr mit Spachtelmasse arbeiten, sondern müssen einen Haftputz verwenden, der grobkörniger ist und deshalb besser hält. Grundieren Sie die auszubessernden Stellen mit Tiefengrund und rühren Sie den Putz an, bis er eine etwas dickere Konsistenz hat (s. Herstellerangabe). Sie können den Putz mit einer Kelle verrühren. Besser funktioniert es jedoch mit einer Bohrmaschine und einem Rühraufsatz. Tragen Sie den fertigen Putz mit einem Spachtel auf und ziehen Sie ihn im nächsten Schritt mit einer Kelle ab. Nach etwa 20 bis 40 Minuten sollte der Putz leicht angezogen sein. Ziehen Sie ihn anschließend mit einem Glätter eben.

Größere Risse

Haben Ihre Wände größere Risse oder Putzrisse in den Ecken oder zur Decke hin, müssen sie armiert, das heißt mit einen Gewebeband versehen werden. Stemmen Sie dafür auf der alten Fläche vorab den Riss großzügig aus, bis Sie den alten Putz komplett entfernt haben. Benutzen Sie dafür am besten Hammer und Meißel. Entfernen Sie den Staub, der dabei entsteht und nässen oder grundieren Sie den Riss sorgfältig. Füllen Sie die freigelegte Fläche mithilfe eines Spachtels mit Putz auf, auf den Sie ein gitterartiges Gewebeband (Armierungsgewebe) legen. Auf dem Gewebe haftet der Putz besser, außerdem verhindert es, dass sich erneut Risse bilden. Spachteln Sie das Armierungsgewebe nochmals, bis das Gewebe komplett mit Putz bedeckt ist. Streichen Sie anschließend alles mit einer Kelle glatt.

Größere Flächen

Größere oder auch tiefere Flächen müssen häufig in mehreren Arbeitsschritten repariert werden, da die getrocknete Masse einzieht und deshalb die Wand nach dem ersten Ausbessern nicht eben ist. Tragen Sie die Spachtelmasse maximal 10 Millimeter auf. Für den Unterputz bietet sich eine grobe Körnung von 2 bis 4 Millimetern an. Der nächste Putz sollte eine Körnung von 1 bis 2 Millimetern haben. Achten Sie darauf, den Putz von unten nach oben aufzutragen. Lassen Sie die Masse circa 24 Stunden trocknen. Tragen Sie dann die nächste Schicht auf. Putzecken sollten mit einer Schiene aus Stahl oder Kunststoff geschützt werden. Feuchten Sie die Stelle ein und bringen Sie darauf einen etwas festeren Mörtel auf, in den Sie die Schiene drücken. Überprüfen Sie mit einer Wasserwaage, ob die Schiene gerade ist.

Profitipp: Wenn Sie Spachtelmasse ansetzen, lassen Sie das Pulver in das Wasser hineinrieseln. Achtung: Geben Sie nicht das Wasser zum Pulver, da es sich dann nicht gut vermischt und sich Klumpen bilden können. Bis sich beides verbindet, dauert es etwa 5 Minuten! Erst anschließend können Sie die Masse verrühren.

 

Kleine Materialkunde: Womit Wände ausbessern?

Reparaturspachtelmasse: Fertigspachtel aus der Tube, die speziell für kleinere Ausbesserungsarbeiten wie Dübel- und Bohrlöcher im Innenbereich verwendet werden kann.
Haftputz: Pulver aus Kalk, Zement und Sand, das mit Wasser angerührt und sowohl im Innen- wie auch Außenbereich verwendet werden kann. Eignet sich für mineralische Untergründe wie Mauerwerk, Beton, Kalkzement- und Zementputz.
Gipsputz: Universeller Haftputz aus Gips, der sich für Wände und Decken im Innenbereich eignet und auf Mauerwerk, Innenputze und Beton aufgetragen werden kann. Wird mit Wasser angemischt.
Putzmörtel: Eignet sich für Mauerwerk wie Kalksandstein und Beton im Innen- und Außenbereich oder Unterputz für Fliesen. Wird mit Wasser angerührt.
Stuckgips: Wird ebenfalls mit Wasser angerührt und eignet sich für kleinere Ausbesserungen im Innenbereich, beispielsweise zum Verspachteln von Löchern oder nach dem Setzen von Elektrodosen.

 

Was müssen Sie beim Finishing beachten?

Um eine besonders glatte Oberfläche zu erhalten, können Sie mit einem Schleifpapier über die trockene Fläche gehen. Benutzen Sie dafür am besten einen Schleifklotz mit einem Schleifpapier in einer Körnung von 180. Wenn Sie frisch verputzte oder ausgebesserte Wände mit Tiefengrund einpinseln, haben Sie es beim Streichen leichter, da die Farbe besser haftet.

Profitipp: Tragen Sie auf die ausgebesserten Stellen an Ihren Wänden Tiefengrund auf, bevor Sie sie weiterverarbeiten. Denn dann hält anschließend die Farbe besser.

 

Wände ausbessern: Wann ist der Fachmann gefragt?

Grundsätzlich hängt es natürlich immer von Ihrem handwerklichen Geschick ab, welche Schäden Sie selbst reparieren können. Der Fachmann ist beispielsweise dann gefragt, wenn Sie in Ihrer Wohnung oder an Ihrem Haus lange und tiefe Setzrisse haben oder Risse, die schräg über die Hauswand laufen. In diesem Fall kann es sich um einen Baumangel handeln, der von einem Profi begutachtet und saniert werden muss, da die Bausubstanz des Gebäudes gefährdet sein kann. Auch bei Wasserschäden, bei denen großflächig Wände aufgestemmt und trockengelegt werden müssen, sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen.


Fazit

Dübellöcher, kleine und sogar größere Risse an Wänden oder Flächen können Sie problemlos selbst ausbessern. Bereiten Sie dafür die Wände gut vor, indem Sie die Stellen säubern und beispielsweise die Risse auskratzen. Achten Sie darauf, die betroffenen Wohnräume gut mit Malervlies oder Folie sowie Malerkrepp zu schützen. Anschließend tragen Sie je nach Größe der Schäden Reparaturspachtelmasse oder Putz auf. So können Sie sich nicht nur über glatte Wände freuen, sondern beugen auch Feuchtigkeit und Schimmelbildung vor.

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