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Feuchtraum Küche oder Bad: So dichten Sie feuchtigkeitsbelastete Räume ab

Steht die Renovierung des Badezimmers auf der Agenda oder planen Sie den Neubau eines Badezimmers oder einer Küche? Besonders in diesen Räumen, die besonders viel Feuchtigkeit vertragen müssen, ist die Abdichtung sehr wichtig.

Nassbereiche wie die Dusche müssen dabei speziell behandelt werden, um nicht dem gesamten Haushalt zu schaden. Fliesen selbst sind zwar wasserdicht, durch die jahrelange tägliche Beanspruchung mit Reinigungsmittel und Spritzwasser werden die Fugen aber verschlissen und können nicht die gesamte Feuchtigkeit abhalten.

Die Konsequenzen, die Feuchträume mit unzureichender Abdichtung nach sich ziehen können, sind umfangreich. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie feuchtigkeitsbelastete Räume korrekt abdichten und Folgeschäden vermeiden können.

Warum eine gesonderte Abdichtung in Feuchträumen nötig ist?

Über die Jahre hinweg kann die Feuchtigkeit in der Dusche oder der Spüle also mehr oder weniger ungehindert ins Mauerwerk eindringen. Die Feuchtigkeit in der Wand führt dann früher oder später zu Schimmel. Das sollten Sie aus drei wichtigen Gründen unbedingt vermeiden.

  • Gesundheitsschäden: Schimmel schadet dem menschlichen Körper. Die Sporen können sogar dauerhafte Erkrankungen auslösen. Der Schimmel wird über die Atemwege aufgenommen und sorgt dann beispielsweise für Asthma, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Infektionskrankheiten. Alleine zum Schutz der Gesundheit sollten Sie also einen gesonderten Blick auf die Abdichtung in Küche und Bad werfen.
  • Schäden an der Bausubstanz: Wann immer Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt, können immense Schäden an der Bausubstanz entstehen. Der Schimmelpilz ist dabei in der Lage, organische Materialien zu zersetzen. Nervig ist das bereits bei Tapete, zu einem richtigen Problem wird das spätestens, wenn der Schimmel Holz zersetzt. Dann kann im schlimmsten Fall sogar der Dachstuhl angegriffen werden und durch strukturelle Schäden das gesamte Haus unbewohnbar werden.
  • Kostenfaktor: Selbst eine kleine Schimmelbeseitigung kann ein großes Loch in das Haushaltsbudget reißen. Die Kosten für eine Entfernung von Schimmelpilzen beginnt bei mindestens 1.000 €. Und das ist lediglich der Preis für die Beseitigung einer Fläche. Dazu addieren sich Kosten für das Gutachten oder eine Leihgebühr für die Heizstrahler, die danach tagelang arbeiten und die Stromrechnung in die Höhe treiben. Von einer kompletten Erneuerung des Dachstuhls ganz zu schweigen.

Schritt für Schritt: Die Abdichtung einer Nasszelle

Die Abdichtung von Räumen, die besonders mit Feuchtigkeit und Dampf zu kämpfen haben, läuft für gewöhnlich immer nach dem gleichen Schema ab: Im Badezimmer sollten Sie an der Dusche eine Fläche abdichten, die 30 cm oberhalb des Duschkopfs endet. Da Silikonfugen wartungsintensive Abdichtungen sind, zeigen wir Ihnen geeignete und praxistaugliche Alternativen.

Die Vorbereitung von Küche oder Badezimmer

Vorab sollten Sie dafür sorgen, dass der Untergrund, den Sie abdichten wollen, optimal vorbereitet ist. Dieser Arbeitsschritt ist enorm wichtig, da er die Qualität der gesamten Abdichtung maßgeblich beeinflusst und den Grundstein Ihrer Arbeit legt.

Gehen Sie bei der Vorbereitung wie folgt vor:

  • Gleichen Sie alle Unebenheiten des Untergrunds aus und verschließen sie etwaige Löcher. Dafür sollten Sie unbedingt auf Ausgleichmörtel zurückgreifen. Den Mörtel dafür mit einer Spachtel auf die Oberfläche auftragen und anschließend mit einer Abziehlatte abziehen. Danach mit einer Wasserwaage abmessen, ob Sie den Untergrund nun gleichmäßig plan gezogen haben oder der Vorgang wiederholen sollten. Einfache Spachtelmasse gilt für das Verlegen von Fliesen als keine gute Wahl. Spachtelmasse besteht meistens aus einer simplen Gipsmischung. Selbst wenn dieser vollständig ausgehärtet ist, ist jedoch die Wasserempfindlichkeit von Gips das K.O.-Kriterium für Spachtelmasse in feuchten Räumen.
  • Damit die weiteren Arbeitsmaterialien problemlos haften können, muss die Oberfläche sorgfältig gereinigt werden. Schmutz und Staub können Sie einfach mit einem Staubsauger entfernen. Besonders in der Küche stellen trennende Rückstände von Fett oder Öl ein weiteres Problem dar. Um diese unkompliziert entfernen zu können, empfehlen wir besondere Reinigungsmittel, die zur Entfernung von Fettrückständen geeignet sind.
  • Die gesäuberte und ausgeglichene Wand sollte im letzten Schritt der Vorbereitung zum Abdichten von Räumen, die besonders hoher Feuchtigkeit ausgesetzt sind, grundiert werden. Nutzen Sie dafür einfach einen Tiefgrund.

Die Abdichtung der Flächen

Nachdem die Wand optimal vorbereitet und die Grundierung vollständig getrocknet ist, kann der erste Schritt der eigentlichen Abdichtung vollzogen werden. Arbeiten Sie dabei möglichst großflächig und bessern Sie im nächsten Arbeitsschritt noch detaillierter nach. Bei diesem Arbeitsschritt sollten Sie zudem nicht an Material sparen, sondern sorgfältig arbeiten und sicherstellen, dass die Abdichtung lückenlos auf dem Untergrund aufgebracht wird.

  • Profi-Tipp: Beginnen Sie mit den Ecken und Kanten! Mit einem Malerpinsel sollten zu Beginn die Ecken satt und sorgfältig mit Flächendicht angestrichen werden.
  • Mithilfe eines Farbrollers kann der sogenannte Abdichtungsanstrich großflächig und deckend auf der Wand aufgebracht werden. An dem meist tiefen Blauton erkennen Sie, ob einige Stellen keinerlei Anstrich abbekommen haben oder Sie den nächsten Arbeitsschritt angehen können.

Das Verschließen von Fugen

Die Arbeit mit Silikonfugen ist eine äußerst wartungsintensive und im Zweifel auch nicht gänzlich abdichtende Angelegenheit. Deswegen raten wir zur Arbeit mit Dichtungsbändern. Dichtungsbänder sind Klebebänder, das auch bei der Arbeit mit Fenstern eingesetzt werden und Fugen zuverlässig abdichten. Die Schritte dafür sind unkompliziert und gehen leicht von der Hand:

  • Vorab sollte das Dichtband passgenau zugeschnitten werden. Die Breite wird dabei von der Kleberolle vorgegeben, wodurch lediglich eine Ausmessung der Länge der Übergänge und Fugen notwendig ist. Das Dichtband können Sie anschließend hervorragend mit einem Teppichmesser auf die gewünschte Länge zurechtschneiden.
  • Anschließend können Sie das Dichtungsband problemfrei anbringen und dadurch Fugen und Übergänge bestmöglich abdichten. Wichtig: Arbeiten Sie zügig! Denn das Band sollte auf den noch feuchten Anstrich geklebt werden. Das klingt zwar erst einmal fremd, liefert aber bestmögliche Ergebnisse. Das Band sollte dabei von Luftblasen befreit werden, dafür können Sie einfach mit einem Zollstock über das beklebte Dichtungsband fahren.

Das Abdichten von Anschlüssen

Das Abdichten der Rohrdurchführungen oder von Abläufen wirkt zu Beginn wie der schwierigste Part dieser Methode, stellt jedoch selbst für Heimwerker keine großen Probleme dar. Mit Abdichtmanschetten können Sie Rohre und Anschlüsse optimal abdichten. Wenn keine Abdichtmanschetten zur Verfügung stehen, können Sie auch eine Manschette aus dem Dichtungsband schneiden.

  • Bringen Sie die Manschette oder das eingeschnittene Dichtungsband einfach an der Rohröffnung an. Auch hier können Luftblasen wieder mithilfe eines Zollstocks oder einer alten Bankkarte nach außen aus dem Band herausgedrückt werden.
  • Anschließend sollten Sie zur Sicherheit noch eine Schicht des Abdichtanstrichs mit einem Malerpinsel auftragen.

Die Abdichtung des Bodens

Nicht nur im Mauerwerk der Wände kann Schimmel immensen Schaden anrichten, auch der Boden sollte zusätzlich abgedichtet werden. Gehen Sie dafür vor, als würden Sie die Flächen abdichten.

Der zweite Anstrich

Nachdem der erste Dichtungsanstrich zwei Stunden – oder gemäß Herstellerangaben –  trocknen durfte, können Sie den zweiten Anstrich vornehmen. Die zweite Schicht kann dafür auch auf einen leicht feuchten Untergrund aufgebracht werden.

Die zweite und letzte Schicht sollten Sie jedoch über eine Nacht gänzlich austrocknen lassen. Anschließend kann auf dem abgedichteten Untergrund der Wandbelag Ihrer Wahl angebracht werden. Gehen Sie dabei vor, als würden Sie auf jedem anderen Untergrund Fliesen anbringen. Der abgedichtete Untergrund verhält sich wie jeder andere auch – nur eben mit dem entscheidenden Vorteil der Abdichtung.

Fazit

Räume, die ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt sind, benötigen besondere Aufmerksamkeit bei der Abdichtung. Sowohl im Badezimmer als auch in der Küche sollten Sie auf spezielle Dichtungsmaßnahmen zurückgreifen, um späteren Folgeschäden vorzubeugen.

Eine Abdichtung bestehend aus Fliesen und Silikon ist leider nur auf den ersten Blick vollständig wasserdicht. Die Jahre der Nutzung, sowie die Reinigung der Oberflächen und Fugen mit Chemikalien öffnen Schimmelpilzen über die Jahre hinweg den Weg in das Mauerwerk. Das bringt neben Kosten auch Gefährdung der eigenen Gesundheit mit.

Als probates Mittel empfehlen wir Ihnen die Arbeit mit Dichtungsmasse, Dichtungsmanschetten und Dichtungsbändern, bevor das Badezimmer oder die Küche gefliest werden. Dadurch entsteht zwischen den Fliesen und dem Mauerwerk eine zusätzliche Schicht, die Wasser abwehrt und bestmöglich Schimmel im Mauerwerk verhindert. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung können auch Sie Ihre Räume, die besonderer Feuchtigkeit ausgesetzt sind, unkompliziert und möglichst zuverlässig abdichten.

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