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Rückenschmerzen bei Handwerkern: So bekommen Sie sie in den Griff

Schwere Lasten tragen, stundenlang gebückt arbeiten, über Kopf montieren – und am Ende des Tages zwickt es im Kreuz: Kommt Ihnen das bekannt vor? Rückenschmerzen gehören im Handwerk zu den häufigsten Beschwerden und führen nicht selten zu Arbeitsausfällen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Rückenschmerzen nicht nur lindern, sondern auch vorbeugen.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • warum Rückenschmerzen bei Handwerkern so verbreitet sind
  • welche Soforthilfen im Akutfall Schmerzen lindern
  • wie Sie mit einfachen Maßnahmen im Alltag vorbeugen
  • welche Hilfsmittel Ihren Rücken langfristig entlasten

 

Warum haben Handwerker so häufig Rückenschmerzen?

Handwerk ist körperliche Arbeit – und das geht oft ins Kreuz. Typische Ursachen sind:

  • Schwere Sachen heben und tragen: Auf dem Bau werden meist nur große Teile mit Kränen bewegt. Die meisten Materialien wie Werkzeug, Fliesen oder Zementsäcke werden jeden Tag mit der Hand an Ort und Stelle getragen – das geht schnell ins Kreuz.
  • In unbequemen Haltungen arbeiten: Ständiges Knien, gebückt arbeiten oder Montagen über Kopf – all das ist nicht nur anstrengend, sondern belastet auch den Rücken.
  • Ohne Hilfsmittel arbeiten: Keine Sackkarre, keine Hebehilfe auf der Baustelle – und schon muss der Körper alles alleine stemmen.
  • Kaum Ausgleich schaffen: Nach Feierabend sofort aufs Sofa, statt Sport zu machen und sich zu bewegen – so werden die Bauch- und Rückenmuskeln immer schwächer.

Wenn diese Punkte dann noch mit langen Arbeitstagen zusammenkommen, ist klar: Der Rücken macht irgendwann schlapp.

Krankheitstage wegen Rückenschmerzen sind im Handwerk weitverbreitet

Jeder dritte Krankheitstag im Handwerk geht auf das Konto von Rückenschmerzen – im Bau sogar fast 40 Prozent. Eine Umfrage der BG Bau zeigte, dass 45 Prozent der Bauarbeiter in den letzten vier Wochen vor der Befragung Rückenschmerzen hatten.

 

Soforthilfe bei akuten Rückenschmerzen

Wenn es im Rücken plötzlich zieht, braucht es schnelle Gegenmaßnahmen. Diese Tipps helfen:

  • Bewegen statt schonen: Gehen Sie lieber ein paar Schritte, statt sich hinzulegen. Bewegung lockert die Muskeln.
  • Wärme nutzen: Ein Wärmepflaster oder ein warmes Bad hilft, verspannte Muskeln zu lockern.
  • Sanft mobilisieren: Machen Sie einfache Übungen wie „Katzenbuckel - und Pferderücken“, bei denen Sie zuerst den Rücken durchhängen lassen (Pferderücken) und anschließend den Rücken rund machen (Katzenbuckel). Sie sind leicht und tun gut.
  • Auf Warnsignale achten: Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen oder Stellen, die taub werden? Das kann auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten. Gehen Sie in diesem Fall unbedingt zum Arzt, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden!

Hart im Nehmen

Viele Handwerker ignorieren erste Warnzeichen – und riskieren, dass die Beschwerden chronisch werden. Nehmen Sie Rückenschmerzen im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf die leichte Schulter, sondern beugen Sie auf der Arbeit und privat aktiv vor! Als Arbeitnehmer haben Sie sogar eine Mitwirkungspflicht!

 

Vorbeugen als Handwerker: So bleibt Ihr Rücken stark

Rückenschmerzen nach körperlicher Arbeit müssen nicht sein. Mit ein paar Veränderungen im (Arbeits-)Alltag können Sie viel erreichen:

  • Richtig heben und tragen: Gehen Sie in die Knie, halten Sie die Last nah am Körper und vermeiden Sie ruckartige Bewegungen. Drehen Sie bewusst den ganzen Körper, anstatt nur den Rücken zu verdrehen.
  • Hilfsmittel einsetzen: Nutzen Sie Tragegurte, Sackkarren, Hebewerkzeuge oder Rollbretter. Das erleichtert die Arbeit, und Ihr Rücken wird es Ihnen danken.
  • Pausen clever nutzen: Stehen Sie bewusst kurz auf, strecken Sie sich oder machen Sie Dehnübungen. Das kostet nur zwei Minuten und wirkt Wunder.
  • Muskeln trainieren: Stärken Sie Ihre Mitte, beispielsweise mit Planks, damit Sie mit Muskeln Ihren Rücken stützen können. Machen Sie gezielt Rückentraining! Berufsgenossenschaften und Krankenkassen bieten oft Kurse an, meist sogar kostenlos.
  • Ausreichend schlafen: Schlafen Sie genug, damit Ihr Körper Zeit hat, zu regenerieren. Das beugt Verspannungen vor und unterstützt den Rücken zusätzlich.

Tipp: Nicht nur das Gewicht zählt

Rückenschmerzen entstehen oft nicht nur durch schwere Lasten, sondern viel häufiger durch falsches Heben und Tragen. Gerade auf dem Bau ist es deshalb wichtig, die richtige Technik zu kennen – und die Hilfsmittel zu nutzen, die den Rücken entlasten.

 

Hilfsmittel für rückenschonendes Arbeiten als Handwerker

Wer ständig schwer arbeitet, sollte sich unterstützen lassen. Moderne Technik macht’s möglich:

  • Exoskelett nutzen: Dieser „Superkraft-Gurt“ hilft, schwere Lasten leichter zu heben und länger über Kopf zu arbeiten. Es wird wie ein „äußerliches Skelett“ am Körper getragen und stützt und entlastet mithilfe von Federn und Dämpfern Rücken und Schultern.
  • Werkzeuge klug auswählen: Geräte mit geringem Gewicht und guten Griffen schonen Ihre Hände und Ihren Rücken.
  • Arbeitsplatz anpassen: Höhenverstellbare Tische oder Werkbänke sorgen dafür, dass Sie nicht ständig gebückt arbeiten müssen.

Rückengesundheit – das müssen Handwerksbetriebe beachten

  • Arbeitsschutz geht vor: Als Arbeitgeber müssen Sie eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und die Arbeit so organisieren, dass der Rücken möglichst wenig belastet wird. Sie müssen dafür Hilfsmittel wie Sackkarren oder Hebehilfen bereitstellen.
  • Schulungen sind Pflicht: Sie müssen Ihre Mitarbeiter regelmäßig unterweisen und ihnen zeigen, wie sie richtig heben und tragen.
  • Gewicht im Blick behalten: Als grobe Richtwerte gelten maximal 20 kg für Männer und 10 kg für Frauen bei regelmäßigem Heben. Laut BG Energie Textil Elektro ist nur eine Last von 5 kg für Frauen und 10 kg für Männer bei richtiger Körperhaltung gesundheitlich unbedenklich. Eine gesetzlich verbindliche Grenzlast gibt es nicht!

Die Maßnahmen zahlen sich aus: weniger Krankmeldungen, zufriedene Mitarbeiter, höhere Produktivität! Wer die Vorgaben dagegen ignoriert, riskiert nicht nur Rückenschäden und Krankheitsausfälle der Belegschaft, sondern auch Ärger mit der Berufsgenossenschaft.

 

Fazit: Ihr Rücken wird es Ihnen danken

Rückenschmerzen im Handwerk sind weitverbreitet, aber keine „Berufskrankheit“, mit der Sie sich abfinden müssen. Kleine Anpassungen im Arbeitsalltag, clevere Hilfsmittel und etwas Muskeltraining können viel bewirken und Rückenschmerzen wirksam vorbeugen. Noch besser wird es, wenn Betriebe passende Hilfsmittel bereitstellen und ihre Teams regelmäßig schulen. So bleibt der Rücken stark, Ausfälle wegen Rücken sind seltener, die Arbeit macht mehr Spaß – und Sie können lange gesund im Handwerk arbeiten.

Mehr Tipps für gesunde Arbeit im Handwerk finden Sie auch in unserem Beitrag Arbeitsschutz auf der Baustelle.

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